Ein Blick auf eine andere Welt
Das erste Porträt malte ich 1997 von dem Schriftsteller Sadegh Hedayat. Mit dem hundertsten Geburtstag on Brecht male ich drei Porträts und entschied mich, nun alles Augenmerk auf Portraitmalerei zu richten. Somit steht der Mensch im Mittelpunkt meiner arbeit.
Wenn ich vor der weißen Leinwand steht, sie ausmesse, Überlege, wie ich das Bild anordne und mich allmählich mit der Leinwand vertraut mache, denn fühle ich mich wie ein Vogel im blauen Himmel, der die Atmosphäre sucht, Farben und Formen entdeckt. Und während ich mal die Zeitung. Den Zeichenstift oder Farbe benutze, gehen mir bildlich Erinnerungen durch den kopf, ich denke an gute und schlechte Zeiten in Iran, an Geburtstage, die Kindheit, die Hochzeit, die Revolution, Exil und den krieg.
Und diese Erinnerungen möchte ich mit Ihnen teilen.
1937 schuf Picasso Guernika, ein Gemälde ohne Datum und Signatur, eine Anklage gegen den Krieg, die für damals, heute und morgen steht. Krieg, Mord und Gewalt sind auch heute das Thema, das uns ununterbrochen beschäftig.
Und immer steht der Mensch im Mittelpunkt. Wenn ich auf die leere leinwand schaue, denke ich an den Menschen, der allein und volle wünsche isst, der fühlt, liebt und denke ich an die Worte des iranischen Schriftstellers Golschiri, der sagte: „ Wir schreiben, um auszudrücken, dass Schriftsteller, Maler und Filmschaffende die kreativsten Kräfte in Iran sind. Was kann ich in meine Bilde über Iran mitteilen? Es sind die Gesichter von Menschen, von denen ich gelernt habe, die mich geprägt haben. Und ich begebe mich auf die Suche nach Farben und Formen, nach Dichtern und Schriftstellern.
Endlich weiß ich, wie ich eine Arbeit beginne, aber nicht, wie sie enden wird.
Der Vortrag von Akram Abooee bei der Eröffnung ihrer Ausstellung im Bertolt Brecht- Haus Berlin